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Wie sehen Sie das eigentlich, wenn wie heute der erste Advent so direkt vor der Tür steht? Heißt das für Sie eine Zeit der Vorbereitung und das ist ja im Wortsinn die Bedeutung von ‚Advent’? Und ist diese Vorbereitung mit Hektik und Weihnachtseinkäufen verbunden? Oder ist es für Sie auch der Moment des Innehaltens, um einmal das Jahr Revue passieren zu lassen. Also kurz, bereiten Sie sich vor? Und wenn ja, worauf?

Wäre es nicht gerade jetzt die Gelegenheit, die Seele zu entschlacken, Seelendetox sozusagen? Dabei kann es helfen, wenn Sie sich ein paar Fragen stellen: Bin ich da angekommen, wo ich hinwollte? Hatte ich denn überhaupt ein Ziel? Habe ich mich einfach treiben lassen? Und bin ich zufrieden damit?

Ein Tipp: Nehmen Sie sich einen Zettel und schreiben Sie auf, wofür Sie in diesem Jahr dankbar sind – für welche Begegnungen, Erfahrungen Menschen…! Was hat sich Gutes ereignet? Und was haben Sie über sich selbst gelernt? Sind Sie vielleicht mit schwierigen Situationen anders umgegangen und freuen sich darüber? Konnten Sie sich mit einem Menschen versöhnen oder sind zumindest großzügiger und toleranter anderen gegenüber gewesen?

Vergebung als die höchste Form der Versöhnung kann tatsächlich sehr entlastend oder eben entschlackend sein. Keine Angst, dafür muss man den anderen nicht unbedingt vis-à-vis vor sich haben. Tun Sie’s einfach für sich selbst. Die Hawaiianer zum Beispiel machen es uns vor und schauen auf eine lange Tradition in Sachen Vergebung zurück. Sie haben sogar einen Namen dafür: Ho’oponopono.

Eine Abwandlung von Ho’oponopono möchte ich Ihnen hier als eine Art der Vorbereitung für den Neubeginn im Advent vorschlagen.

Schließen Sie die Augen. Stellen Sie sich den Menschen vor, über den Sie sich ärgern oder auf den Sie wütend sind. Sie sagen ihm innerlich alles, was Sie in diesem Zusammenhang belastet, und lassen einen sehr wichtigen Satz folgen: „Ich vergebe dir, ich vergebe mir, ich vergebe uns.“ Was passiert in Ihrer Vorstellung mit Ihrem Gegenüber? Entschwindet es aus Ihrem Blickfeld nach hinten oder oben? Oder wird es vor Ihren Augen zu Asche? Dann ist das Thema für Sie gelöst. Reagiert die Person in Ihrer Wahrnehmung in irgendeiner Form oder bleibt sie einfach? Dann steht noch etwas zwischen Ihnen.

Nehmen Sie sich in diesem Fall noch eine Minute und hören in sich hinein. Welche Aspekte sind noch nicht angesprochen worden? Wollen Sie wirklich vergeben oder sind Sie noch nicht so weit? Welchen Anteil haben Sie selbst an dem Konflikt?  Machen Sie sich dabei ganz klar, dass es ein Prozess ohne Schuldzuweisung ist: Wir sind Menschen und verhalten uns so, wie wir es in diesem Moment gerade können.

Versuchen Sie es. Vergebung kann uns und unsere Seele sehr entlasten und die Wirkung durchaus sehr kraftvoll sein.

Ich würde mich freuen zu hören, welche Erfahrung Sie damit machen.